Warum wir unser eigenes Büro neu gedacht haben

Warum wir unser eigenes Büro neu gedacht haben

Ein Blick hinter die Kulissen von raum⁸ – unserer neuen Arbeitswelt

„Wie sieht eigentlich das Büro eines Unternehmens aus, das jeden Tag Arbeitswelten für andere plant?“ Diese Frage wird uns immer wieder gestellt.

Die Geschichte von raum⁸ begann allerdings nicht mit dem Wunsch nach Veränderung. Im Gegenteil: Eigentlich hatten wir gar nicht vor, unser Büro neu zu gestalten oder umzuziehen.

Unser bisheriger Standort war über viele Jahre unser Zuhause – ein Ort, an dem Projekte entstanden, Kunden beraten und Ideen entwickelt wurden. Doch dann änderten sich die Rahmenbedingungen. Unser bisheriges Gebäude war nicht mehr betriebsfähig. Der Umzug war damit keine bewusste Entscheidung, sondern eine Notwendigkeit.

Rückblickend war genau das unsere Chance. Anstatt lediglich neue Räume zu beziehen und das Bestehende zu kopieren, stellten wir uns eine grundsätzliche Frage: Wenn wir ohnehin neu anfangen müssen – warum dann nicht auch unsere Arbeitswelt neu denken?

Während wir unsere Kunden seit Jahren dabei begleiten, zukunftsfähige Arbeitswelten zu entwickeln, richteten wir den Blick dieses Mal auf uns selbst. Spiegelt unser eigenes Büro eigentlich noch die Art wider, wie wir heute arbeiten?

Die Antwort war eindeutig: Nein.

Genau an diesem Punkt begann die Geschichte von raum⁸ – nicht als klassischen Büroumzug, sondern als bewusste Auseinandersetzung mit unserer eigenen Arbeitsweise und der Frage, wie ein Arbeitsplatz aussehen muss, der diese wirklich unterstützt.

Das schwierigste Projekt war unser eigenes

Wer Arbeitswelten für andere entwickelt, kennt die entscheidenden Fragen:

  • Welche Räume fördern Zusammenarbeit?
  • Wo braucht es Konzentration?
  • Wie viel Fläche brauchen wir wirklich – und wie bleibt sie flexibel?
  • Wie entsteht Identifikation?
  • Und was gibt der Raum den Menschen zurück?

Normalerweise stellen wir diese Fragen unseren Kunden. Dieses Mal mussten wir sie uns selbst beantworten. Das war anspruchsvoller, als wir zunächst erwartet hatten. Nicht, weil es an Ideen fehlte, sondern weil wir selbst jeden Tag in diesen Räumen arbeiten. Jeder von uns bringt eigene Erfahrungen, Gewohnheiten und Erwartungen mit. Genau das machte den Prozess so besonders – und gleichzeitig so herausfordernd.

Deshalb war schnell klar, dass wir nicht einfach unser Büro modernisieren wollten. Unser Ziel war es, unsere eigene Arbeitsweise ehrlich zu hinterfragen und herauszufinden, was wir wirklich brauchen, um gut zusammenzuarbeiten.

Aus diesem Grund haben wir bewusst nicht mit Möbeln, Farben oder Grundrissen begonnen. Der Ausgangspunkt waren wir selbst – unsere Zusammenarbeit, unsere Prozesse und die Frage, wie unsere Arbeitswelt uns künftig bestmöglich unterstützen kann.

Bestandsarchitektur als Chance

Bevor wir über Möbel, Materialien oder Farben gesprochen haben, stand zunächst eine grundsätzliche Entscheidung im Raum: Wie gehen wir mit dem vorhandenen Gebäude um?

Unser neues Büro befindet sich im KUBUS 360 im 8. Obergeschoss – einem Verwaltungsgebäude mit Geschichte. Bereits vor rund 26 Jahren wurde das Gebäude umfassend saniert und an die damaligen Anforderungen moderner Arbeitswelten angepasst. Die markante Doppelfassade verbessert bis heute den Schallschutz zur Bundesstraße, sorgt für ein angenehmes Raumklima und prägt die architektonische Identität des Hauses. Großzügige Fensterflächen durchfluten die Bürobereiche mit Tageslicht und schaffen eine hohe Aufenthaltsqualität.

Für uns war schnell klar: Diese Qualitäten wollten wir nicht verändern, sondern bewusst erhalten und sinnvoll weiterentwickeln. Denn wir sind überzeugt, dass nachhaltige Architektur nicht zwangsläufig neu entstehen muss.

Häufig steckt das größte Potenzial bereits im Bestand – man muss es nur erkennen und neu interpretieren.

Vom Arbeiten zum Raum

Mit dieser Überzeugung begannen wir, unsere tägliche Arbeit genauer zu betrachten. Nicht den Grundriss. Nicht die Quadratmeter. Sondern die Art und Weise, wie wir tatsächlich arbeiten.

Wir beobachteten unseren Arbeitsalltag und stellten uns dabei ganz einfache Fragen:

  • Wo entstehen gute Ideen?
  • Wo finden spontane Gespräche statt?
  • Welche Bereiche werden besonders intensiv genutzt?
  • Wo braucht es Rückzug und Konzentration?
  • Und welche Tätigkeiten prägen unseren Tag eigentlich?

Relativ schnell wurde deutlich, dass unsere Arbeit nicht an einem einzigen Arbeitsplatz stattfindet. Sie wechselt ständig zwischen konzentriertem Arbeiten, Beratungsgesprächen, Workshops, Materialbemusterungen, kreativen Prozessen und kurzen Abstimmungen. Jede dieser Tätigkeiten stellt andere Anforderungen an den Raum.

Warum also sollte all das an einem einzigen Ort funktionieren?

Aus dieser Erkenntnis entstand raum⁸. Nicht als klassische Bürofläche oder als Sammlung einzelner Räume, sondern als durchdachtes Zusammenspiel unterschiedlicher Bereiche. Jeder Bereich erfüllt eine eigene Aufgabe und unterstützt eine bestimmte Form des Arbeitens – gleichzeitig greifen alle Bereiche ineinander und bilden eine zusammenhängende Arbeitswelt.

Der Grundgedanke dahinter ist einfach: Nicht Menschen sollten sich an Räume anpassen müssen – sondern Räume an die Art, wie Menschen arbeiten.

Acht Bereiche. Eine gemeinsame Idee.

Hinter jedem der acht Bereiche von raum⁸ steckt eine eigene Idee. Damit dieser Beitrag den Blick auf das große Ganze behält, möchten wir jedoch noch nicht alle Bereiche vorstellen. Stattdessen geben wir mit drei exemplarischen Zonen einen ersten Einblick, wie wir unsere Arbeitsweise in räumliche Lösungen übersetzt haben.

Der Bereich Austausch bildet das kommunikative Zentrum unserer Arbeitswelt. Hier entstehen spontane Gespräche, kurze Abstimmungen und die Begegnungen, die sich nicht planen lassen, aber oft die besten Ideen hervorbringen.

Der Bereich Lernen schafft Raum für Workshops, interne Schulungen und die gemeinsame Arbeit an Projekten. Hier steht der Wissensaustausch im Mittelpunkt – flexibel, offen und auf unterschiedliche Arbeitsformate ausgelegt.

Im Studio werden Materialien, Farben und Oberflächen erlebbar. Gemeinsam mit unseren Kunden entwickeln wir hier Konzepte, erstellen Moodboards und treffen Materialentscheidungen. Ideen werden greifbar und lassen sich direkt im Raum diskutieren.

Jede dieser Zonen erfüllt eine klar definierte Aufgabe. Erst ihr Zusammenspiel macht raum⁸ zu einer Arbeitswelt, die unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigt undgleichzeitig als stimmiges Ganzes funktioniert.

Nachhaltigkeit beginnt mit dem Bestand

Wenn von Nachhaltigkeit die Rede ist, geht es häufig um Materialien, Zertifizierungen oder Recycling. Das sind wichtige Bausteine – für uns beginnt Nachhaltigkeit jedoch schon deutlich früher: mit der Frage, was sich erhalten und sinnvoll weiterentwickeln lässt, anstatt es zu ersetzen.

Unser Farb- und Materialkonzept setzt auf natürliche Oberflächen, warme Holzstrukturen, textile Materialien und langlebige Lösungen. Wo immer möglich, kamen ressourcenschonende und recycelbare Produkte zum Einsatz. Dabei stand für uns nie ein einzelnes Material im Mittelpunkt, sondern das harmonische Zusammenspiel aller Elemente.

Entstanden ist eine Arbeitsumgebung, die nicht nur gestalterisch überzeugt, sondern auch funktional und langfristig Bestand hat. Eine ruhige, natürliche Material- und Farbwelt schafft Orientierung, unterstützt unterschiedliche Arbeitsformen und sorgt für eine Atmosphäre, in der sich Menschen gerne aufhalten.

Räume entwickeln sich mit den Menschen

Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis, die wir aus unserem eigenen Projekt mitgenommen haben: Ein Büro ist nie wirklich fertig.

Arbeitsweisen verändern sich. Teams entwickeln sich weiter. Neue Technologien entstehen und mit ihnen neue Anforderungen an die Zusammenarbeit. Eine Arbeitswelt muss deshalb mehr sein als eine Momentaufnahme – sie sollte sich anpassen können, ohne ihren Charakter zu verlieren.

Genau so verstehen wir raum⁸: nicht als fertigen Entwurf, sondern als Arbeitswelt, die sich gemeinsam mit den Menschen weiterentwickeln darf. Räume sollten Veränderungen nicht nur zulassen, sondern aktiv unterstützen.

Denn gute Arbeitswelten sind nicht statisch. Sie wachsen mit den Aufgaben, den Menschen und den Ideen, die in ihnen entstehen.

Unser Fazit

Das Projekt hat uns einmal mehr bestätigt: Ein gutes Büro beginnt bei den Menschen, die darin arbeiten.

Mit raum⁸ wollten wir diese Haltung sichtbar und erlebbar machen – aber auch für alle Menschen, die uns begleiten – unsere Kunden, Partner, Freunde und Lieferanten. Unser Büro ist damit weit mehr als ein Arbeitsplatz, es ist der Lebensraum, in dem wir täglich arbeiten, uns austauschen und gemeinsam Ideen entwickeln.

Ideen brauchen Gespräche – wir sind bereit.

Kontaktieren Sie uns heute, um Arbeits­räume zu schaffen, die nicht nur heute relevant sind, sondern auch den Heraus­forderungen von morgen gewachsen sind.